Amsterdam – Wick
600 sm quer über die Nordsee — der Saisonauftakt bis an Schottlands Nordküste.
Amsterdam war im 17. Jahrhundert das Zentrum einer ganzen Handelswelt. Von hier liefen die Schiffe der Niederländischen Ostindien-Kompanie in alle Welt aus. Heute sind die Grachten, schmalen Handelshäuser und der pulsierende Hafen ein lebendiges Zeugnis dieser Vergangenheit. Amsterdam ist international, lebendig und leicht erreichbar – ein idealer Startpunkt, um in eine Segelsaison aufzubrechen.
Von hier geht es hinaus auf die Nordsee – ein Seegebiet, das schon immer für wechselhafte Winde, Strömungen und eine lebhafte Schifffahrt bekannt war. Es ist der perfekte Törnauftakt: Man spürt sofort die Kraft des Meeres und kommt als Crew schnell in den Rhythmus des Bordlebens. Nach Tagen auf offener See erwartet uns Wick, ein kleines Fischerstädtchen an Schottlands Nordküste. Einst eines der bedeutendsten Zentren der Heringsfischerei in Europa, ist es heute ein ruhiger, authentischer Ort, wo sich die Seeleute nach einem langen Schlag traditionell ein erstes Pint gönnen.
Anreise
Ab Zürich, Basel oder Genf fliegst du in rund eineinhalb Stunden nach Schiphol, von dort fährt der Zug in einer Viertelstunde nach Amsterdam Centraal. Mit der Bahn geht es über Basel und Frankfurt, im Nachtzug auch direkt ab Zürich — die Fahrt dauert dann zwar die Nacht, bringt dich aber ohne Umsteigen in die Stadt.
- SBB — internationale Verbindungen
- Nightjet Zürich–Amsterdam
- Nederlandse Spoorwegen (NS)
- Flughafen Schiphol
Tipp für den Tag davor: Das Scheepvaartmuseum liegt keine zwanzig Minuten zu Fuss vom Hauptbahnhof entfernt. Im Hafenbecken davor liegt der Nachbau der «Amsterdam», eines Ostindienfahrers von 1749 — man darf an Bord.
Rückreise
Wick liegt an der Nordostspitze des schottischen Festlands, und dorthin führt kein direkter Weg. Üblich ist der Flug nach Edinburgh oder Inverness und ab Inverness die Far North Line — gut vier Stunden Bahnfahrt der Küste entlang, eine der schönsten Strecken Grossbritanniens. Es gibt auch Flüge ab Aberdeen, aber wenige und nicht jeden Tag; verlass dich nicht darauf.
Für die Einreise brauchst du einen gültigen Pass — die Identitätskarte genügt seit dem Brexit nicht mehr — und eine elektronische Einreisebewilligung (ETA), die du vorab online beantragst.
- ScotRail — Far North Line
- Loganair
- Wick John O'Groats Airport
- UK Electronic Travel Authorisation (ETA)
Tipp für den Tag danach: Wick war einmal der grösste Heringshafen Europas, und das Wick Heritage Museum erzählt, wie das aussah. Danach die Destillerie Old Pulteney direkt im Ort, und wer noch Beine hat, geht die zwanzig Minuten der Küste entlang zur Ruine von Castle of Old Wick auf ihrem Felssporn.
Preis
- An- und Rückreise
- Transfer
- Bordkasse, ca. 150–250 Fr. pro Woche
- Persönliche Ausgaben
Jean-Marc Leutenegger
Jean-Marc Leutenegger. Schon als Knirps war Jean-Marc mit einem selbstgebauten Optimisten auf dem Bielersee unterwegs, später dann mit Laser und Hobbie Cat 16. Als 18-Jähriger besuchte er die legendäre bretonische Segelschule «Les Glénans» und entdeckte den Atlantik. Seitdem kreuzt Jean-Marc regelmässig in seinen Lieblingsrevieren Bretagne, Channel Islands, Südengland und Irland, war aber auch schon Richtung Kanaren unterwegs. 2022 segelte er erstmals an Bord der SY Passage von Akureyri (Island) nach Inverness (Schottland) und war vom Boot sogleich hell begeistert. Im 2023 hat Jean-Marc die Passage in Norwegen sowie auf dem Weg zurück nach Sint-Annaland (Holland) geskippert. Seine Begeisterung für das Schiff ist damit nur noch gewachsen. Seitdem war Jean-Marc jedes Jahr mehrere Wochen auf der SY Passage als Skipper unterwegs und hat den hohen Norden lieben gelernt
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