Wick – Lerwick
250 sm durch den Pentland Firth zu den Shetlands — Strömung und Gezeiten pur.
Wick liegt dort, wo die Küste Schottlands rauer und der Wind beständiger wird. Von hier geht es durch den berüchtigten Pentland Firth, eine der strömungsreichsten Meeresengen Europas, wo Gezeiten und Wind auf spektakuläre Weise zusammentreffen. Wer diese Passage einmal unter Segeln erlebt hat, versteht, warum sie unter Seefahrern Legendenstatus genießt.
Weiter nördlich tauchen die Shetland-Inseln auf – abgelegen, windumtost und voller Geschichte. Hauptort ist Lerwick, gegründet im 17. Jahrhundert, als Händler hier Fisch, Wolle und Seefang verkauften. Heute mischen sich enge Gassen, bunte Pubs und ein lebendiger Hafen. Lerwick ist eine kleine, quirlige Inselstadt, die gleichzeitig modern wirkt und doch tief in nordischer und schottischer Kultur verwurzelt ist.
Anreise
Wick liegt an der Nordostspitze des schottischen Festlands, und dorthin führt kein direkter Weg. Üblich ist der Flug nach Edinburgh oder Inverness und ab Inverness die Far North Line — gut vier Stunden Bahnfahrt der Küste entlang, eine der schönsten Strecken Grossbritanniens. Es gibt auch Flüge ab Aberdeen, aber wenige und nicht jeden Tag; verlass dich nicht darauf.
Für die Einreise brauchst du einen gültigen Pass — die Identitätskarte genügt seit dem Brexit nicht mehr — und eine elektronische Einreisebewilligung (ETA), die du vorab online beantragst.
- ScotRail — Far North Line
- Loganair
- Wick John O'Groats Airport
- UK Electronic Travel Authorisation (ETA)
Tipp für den Tag davor: Wick war einmal der grösste Heringshafen Europas, und das Wick Heritage Museum erzählt, wie das aussah. Danach die Destillerie Old Pulteney direkt im Ort, und wer noch Beine hat, geht die zwanzig Minuten der Küste entlang zur Ruine von Castle of Old Wick auf ihrem Felssporn.
Rückreise
Lerwick ist der Hauptort der Shetlandinseln. Loganair fliegt ab Aberdeen, Edinburgh und Glasgow nach Sumburgh an der Südspitze, von dort sind es knapp fünfzig Minuten mit dem Bus. Die zweite Möglichkeit ist die Nachtfähre ab Aberdeen: zwölf Stunden über die Nordsee, Kabine buchen lohnt sich. Auch hier gilt: Pass und ETA vor der Abreise.
Tipp für den Tag danach: Das Shetland Museum and Archives steht am Hafen und ist gratis. Wer mit der Fähre ankommt, hat den ganzen Tag — dann lohnt die Fahrt nach Sumburgh Head: unten die Siedlung Jarlshof mit viertausend Jahren Besiedlung übereinander, oben am Leuchtturm die Papageitaucher.
Preis
- An- und Rückreise
- Transfer
- Bordkasse, ca. 150–250 Fr. pro Woche
- Persönliche Ausgaben
Jean-Marc Leutenegger
Jean-Marc Leutenegger. Schon als Knirps war Jean-Marc mit einem selbstgebauten Optimisten auf dem Bielersee unterwegs, später dann mit Laser und Hobbie Cat 16. Als 18-Jähriger besuchte er die legendäre bretonische Segelschule «Les Glénans» und entdeckte den Atlantik. Seitdem kreuzt Jean-Marc regelmässig in seinen Lieblingsrevieren Bretagne, Channel Islands, Südengland und Irland, war aber auch schon Richtung Kanaren unterwegs. 2022 segelte er erstmals an Bord der SY Passage von Akureyri (Island) nach Inverness (Schottland) und war vom Boot sogleich hell begeistert. Im 2023 hat Jean-Marc die Passage in Norwegen sowie auf dem Weg zurück nach Sint-Annaland (Holland) geskippert. Seine Begeisterung für das Schiff ist damit nur noch gewachsen. Seitdem war Jean-Marc jedes Jahr mehrere Wochen auf der SY Passage als Skipper unterwegs und hat den hohen Norden lieben gelernt
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