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Ilulissat – Iqaluit

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700 Seemeilen von Grönland über die Davisstrasse nach Baffin Island — Wechsel auf die kanadische Seite.

Diese Etappe verlässt Grönland: quer über die Davisstrasse nach Baffin Island und weiter in die Frobisher Bay. Die Davisstrasse ist die breiteste Meerenge der Welt, und sie ist ungleich verteilt — auf der grönländischen Seite schiebt vergleichsweise warmes Wasser nach Norden, auf der kanadischen trägt der Baffininselstrom kaltes Wasser und Eis nach Süden. Das Meereis ist Ende August meist weg, die Eisberge bleiben das ganze Jahr. Schiffsverkehr gibt es hier kaum.

Baffin Island ist die fünftgrösste Insel der Welt, rund zwölfmal so gross wie die Schweiz — und hat dreizehntausend Einwohner. Die Frobisher Bay schneidet 230 Kilometer weit hinein und verengt sich dabei auf die Hälfte. Dieser Trichter schaukelt die Tide auf acht bis elf Meter auf, an Springtiden auf über elf.

Martin Frobisher lief hier 1576 als erster Europäer ein und brachte über tausend Tonnen vermeintliches Golderz nach England — es war wertloses Gestein. Für Europa blieb die Bucht danach 285 Jahre lang eine Meerenge, bis Charles Francis Hall 1861 den Fehler korrigierte: Die Inuit hatten die Geschichte von Frobishers Schiffen mündlich bewahrt und konnten ihm sagen, wie es wirklich gewesen war. Am Ende liegt Iqaluit, seit 1999 Hauptstadt von Nunavut und 1942 als amerikanischer Militärflugplatz entstanden. Bis 2023 hatte die Stadt keinen Kai: Schiffe ankerten auf Reede und brachten ihre Fracht mit der Tide an den Strand.

Die Überfahrt im hohen Norden verspricht eine äussert spannende Navigation sowie Naturerlebnisse der herausragenden Art. Zum ersten Mal landet die SY Passage auf dem Nordamerikanischen Kontinent; schon nur dies wird zu einem Highlight der Saison und für jede:n Segler:in. Der Törn verspricht eine intensive Navigation in einer sehr beeindruckenden Natur.

Anreise

Ilulissat liegt dreihundert Kilometer nördlich des Polarkreises an der Diskobucht. Seit Ende Oktober 2026 hat der Ort eine verlängerte Piste und damit eine Direktverbindung ab Kopenhagen; sonst fliegst du über Nuuk weiter. Der Flugplan der Saison 2027 erscheint im Herbst 2026.

Gültiger Pass nötig — Grönland gehört weder zur EU noch zum Schengenraum.

Tipp für den Tag davor: Vom Ortsrand führen markierte Holzstege nach Sermermiut hinaus, wo vor viertausend Jahren schon gesiedelt wurde. Nach einer knappen Stunde stehst du über dem Eisfjord: Der Sermeq Kujalleq schiebt hier täglich rund zwanzig Meter Gletscher ins Meer, die Eisberge stauen sich vor der Untiefe am Fjordausgang. Nimm warme Kleidung mit, es zieht.

Rückreise

Iqaluit ist die Hauptstadt des kanadischen Territoriums Nunavut und liegt auf Baffin Island. Du fliegst ab Zürich nach Montréal oder Toronto, weiter nach Ottawa, und von dort mit Canadian North in gut drei Stunden nonstop nach Iqaluit — täglich ausser samstags. Andere Wege gibt es praktisch nicht: nach Iqaluit führt keine Strasse.

Für den Flug nach Kanada brauchst du eine elektronische Reisegenehmigung (eTA), die du vorab online beantragst, und einen gültigen Pass.

Tipp für den Tag danach: Das Nunatta Sunakkutaangit Museum zeigt Inuit-Kunst und Alltagsgerät aus der ganzen Region, klein und gut. Danach zu Fuss in den Sylvia Grinnell Territorial Park am Stadtrand — Tundra, ein Wasserfall und im Spätsommer die Lachse im Fluss.

Preis

Pro PersonCHF 2'750.–
Nicht inbegriffen
  • An- und Rückreise
  • Transfer
  • Bordkasse, ca. 150–250 Fr. pro Woche
  • Persönliche Ausgaben
Skipper

Jean-Marc Leutenegger

Jean-Marc Leutenegger. Schon als Knirps war Jean-Marc mit einem selbstgebauten Optimisten auf dem Bielersee unterwegs, später dann mit Laser und Hobbie Cat 16. Als 18-Jähriger besuchte er die legendäre bretonische Segelschule «Les Glénans» und entdeckte den Atlantik. Seitdem kreuzt Jean-Marc regelmässig in seinen Lieblingsrevieren Bretagne, Channel Islands, Südengland und Irland, war aber auch schon Richtung Kanaren unterwegs. 2022 segelte er erstmals an Bord der SY Passage von Akureyri (Island) nach Inverness (Schottland) und war vom Boot sogleich hell begeistert. Im 2023 hat Jean-Marc die Passage in Norwegen sowie auf dem Weg zurück nach Sint-Annaland (Holland) geskippert. Seine Begeisterung für das Schiff ist damit nur noch gewachsen. Seitdem war Jean-Marc jedes Jahr mehrere Wochen auf der SY Passage als Skipper unterwegs und hat den hohen Norden lieben gelernt

Zum Skipper-Portrait

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