Vlissingen – Portsmouth
320 Seemeilen durch den Ärmelkanal in den Solent — dichte Schifffahrt, klare Navigation, erste Nachtwachen.
Ein Törn für die, die Ihre Navigationskompetenz verbessern möchten. Ideal auch nach der theoretischen Prüfung, um im konkreten das Gelernte zu praktizieren und Etappenplanung umsetzen.
Vlissingen war im 17. Jahrhundert einer der Haupthäfen der Ostindien-Kompanie und ist die Geburtsstadt von Michiel de Ruyter; auf der Werft De Schelde entstehen bis heute die meisten Schiffe der niederländischen Marine. Von dort geht es westwärts in den Ärmelkanal.
Die Strasse von Dover ist die meistbefahrene Schifffahrtsstrasse der Welt — 500 bis 600 Schiffe am Tag. Ihr Verkehrstrennungsgebiet wurde 1967 eingerichtet und war das erste, das die IMO je genehmigte; alle späteren sind ihm nachgebaut. Gequert wird rechtwinklig. Wer hier zum ersten Mal Wind gegen Strom erlebt, versteht, warum die See im Kanal so kurz und steil werden kann.
Am anderen Ende wartet der Solent: gut dreissig Kilometer lang, mit einem doppelten Hochwasser, das die Flut über Stunden stehen lässt — der Grund, warum Southampton als Tiefwasserhafen funktioniert. In Portsmouth liegt die HMS Victory von 1765, Nelsons Flaggschiff bei Trafalgar und das älteste noch in Dienst stehende Kriegsschiff der Welt. Zwei Meilen vor der Hafeneinfahrt sank 1545 die Mary Rose, gehoben wurde sie erst 1982. Und gegenüber in Cowes segelte 1851 die amerikanische America gegen fünfzehn britische Yachten um die Isle of Wight — der Pokal dieser einen Wettfahrt heisst heute America's Cup.
Anreise
Vlissingen liegt am Nordufer der Westerschelde, dort wo die Frachter aus Antwerpen in die Nordsee auslaufen. Mit der Bahn fährst du über Basel und Brüssel nach Antwerpen, dann über Roosendaal nach Vlissingen — der Bahnhof liegt am Hafen. Wer fliegt, landet in Amsterdam oder Brüssel und steigt dort auf den Zug um.
- SBB — internationale Verbindungen
- Nederlandse Spoorwegen (NS)
- Westerschelde Ferry Vlissingen–Breskens
Tipp für den Tag davor: Der Boulevard führt oberhalb des Strands direkt an der Fahrrinne entlang; grosse Schiffe fahren so nah vorbei, dass man die Rumpfnummern liest. Das muZEEum ein paar Schritte dahinter zeigt, wie lange dieser Ort schon von der Schifffahrt lebt.
Rückreise
Portsmouth liegt an der englischen Südküste, zwei Stunden von London. Am einfachsten kommst du mit dem Eurostar nach London St Pancras und ab Waterloo mit der South Western Railway direkt bis Portsmouth Harbour — der Bahnhof steht am Wasser. Alternativ fliegst du nach London Heathrow oder Gatwick.
Für die Einreise brauchst du einen gültigen Pass und die elektronische Einreisebewilligung ETA, die du vorab online beantragst.
- SBB — internationale Verbindungen
- Eurostar
- South Western Railway
- UK Electronic Travel Authorisation (ETA)
Tipp für den Tag danach: Das Historic Dockyard liegt neben dem Bahnhof: Nelsons «HMS Victory» im Trockendock und daneben die «Mary Rose», Heinrichs VIII. Flaggschiff, das 1545 vor der Hafeneinfahrt sank und 1982 gehoben wurde. Für beides zusammen brauchst du einen halben Tag.
Preis
- An- und Rückreise
- Transfer
- Bordkasse, ca. 150–250 Fr. pro Woche
- Persönliche Ausgaben
Vincent Eckert
Vincent Eckert segelt seit 2008 und skippert seit 2014 sowohl im Mittelmeer, wo er gern mit Pogo 12.5 unterwegs ist, als auch in der Nordsee und an der Atlantikküste. Seine besondere Vorliebe gilt der Bretagne, dem Solent und Schottland sowie Norwegen. Zusammen mit der Crew, richtig terrestrisch navigieren auch nachts, die Gezeitenströme möglichst effektiv zu nutzen und die spannendsten Orte zu suchen machen ihn so viel Spass, wie die gesamte Segelgarderobe auszutesten. Er ist bemüht, Sicherheit der Unternehmung mit kompetenten Skipper und First Mates und regelmässigen Training und Debriefs weiterzuentwickeln. Er geniesst auch feines Essen mit dem Team am Bord oder am Land und macht gern ein Umweg, um eine besondere Sehenswürdigkeit zu besuchen.
Zum Skipper-PortraitHast du Fragen?
Gerne geben wir dir hier Auskunft:
segeln@mareincognita.ch
044 586 65 65