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Portsmouth – Newlyn

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190 Seemeilen die englische Südküste hinunter — durch den Solent, an den Needles vorbei und über die Tidentore von Portland und Lizard nach Cornwall.

Aus Portsmouth westwärts durch den Solent und hinaus durch den Needles-Kanal. Die Enge bei Hurst Point ist die Tür: Auf der Kiesnehrung steht Hurst Castle, das Heinrich VIII. in den 1540er-Jahren gegen die Franzosen bauen liess, und durch die verbleibende Lücke drückt die Tide mit mehreren Knoten. Draussen stehen die Needles, drei Kreidefelsen in einer Reihe. Den Namen gab ihnen ein vierter — eine knapp vierzig Meter hohe Nadel, die 1764 einstürzte; seither heissen Felsen so, die eigentlich Stümpfe sind. Auf dem äussersten sitzt seit 1859 der Leuchtturm, sein Fundament ist in den Fels geschnitten, und westwärts reicht von ihm die Bridge hinaus, ein Riff von knapp einer Meile.

Danach die Südküste hinunter. Sie ist kein Revier für einen Törnplan, sondern für Tidenrechnung: Portland Bill, Start Point und der Lizard sind Tore, die sich öffnen und schliessen. Vor Portland Bill läuft bei Springtide ein Gezeitenstrom von bis zu sieben Knoten, und der Portland Race dahinter gilt als eines der gefährlichsten Stromgebiete der britischen Inseln — man passiert entweder dicht unter Land zur richtigen Stunde oder mit mehreren Meilen Abstand. Landeinwärts liegt Chesil Beach, neunundzwanzig Kilometer Kiesbank, deren Steine von West nach Ost gleichmässig grösser werden; Fischer sollen im Nebel an der Korngrösse gewusst haben, wo sie an Land kommen.

Vierzehn Meilen südwestlich von Plymouth stehen die Eddystone-Felsen, und dort hat der Leuchtturmbau angefangen. Henry Winstanley setzte 1698 den ersten Turm überhaupt auf einen Felsen im offenen Meer; im grossen Sturm vom November 1703 war er selbst darin, und am Morgen war beides weg. Der dritte Turm, den John Smeaton 1759 fertigstellte, hatte die Form eines Eichenstamms und bestand aus Granitblöcken, die ineinander verzahnt waren statt bloss aufeinander zu liegen — das Prinzip, nach dem seither jeder Felsenleuchtturm gebaut wird. Er steht heute auf der Hoe von Plymouth: 1877 nahm man ihn ab, weil nicht der Turm nachgab, sondern der Fels unter ihm.

Der Lizard ist der südlichste Punkt der britischen Hauptinsel und das letzte Tor. Dahinter öffnet sich Mount’s Bay mit St Michael’s Mount, der Gezeiteninsel, zu der bei Niedrigwasser ein gepflasterter Damm führt. Newlyn am westlichen Ende der Bucht ist, gemessen am Wert des Fangs, der grösste Fischereihafen Englands. Und er ist ein Nullpunkt: Zwischen 1915 und 1921 wurde am Südpier der mittlere Meeresspiegel gemessen. Jede Höhenangabe auf einer britischen Karte rechnet bis heute von hier.

Anreise

Portsmouth liegt an der englischen Südküste, zwei Stunden von London. Am einfachsten kommst du mit dem Eurostar nach London St Pancras und ab Waterloo mit der South Western Railway direkt bis Portsmouth Harbour — der Bahnhof steht am Wasser. Alternativ fliegst du nach London Heathrow oder Gatwick.

Für die Einreise brauchst du einen gültigen Pass und die elektronische Einreisebewilligung ETA, die du vorab online beantragst.

Tipp für den Tag davor: Das Historic Dockyard liegt neben dem Bahnhof: Nelsons «HMS Victory» im Trockendock und daneben die «Mary Rose», Heinrichs VIII. Flaggschiff, das 1545 vor der Hafeneinfahrt sank und 1982 gehoben wurde. Für beides zusammen brauchst du einen halben Tag.

Rückreise

Newlyn liegt in Mount’s Bay am westlichen Ende Cornwalls, zwanzig Gehminuten von Penzance der Uferstrasse entlang. Mit der Bahn nimmst du den Eurostar nach London St Pancras und ab Paddington die Great Western Railway bis Penzance — gut fünf Stunden quer durch England, und der Bahnhof ist die Endstation der Strecke. Wer die Nacht nutzen will, bucht den Schlafwagen Night Riviera ab Paddington. Wer fliegt, landet in London und steigt auf den Zug um; der nächstgelegene Flughafen ist Newquay, von dort sind es noch anderthalb Stunden nach Süden.

Für die Einreise brauchst du einen gültigen Pass und die elektronische Einreisebewilligung ETA, die du vorab online beantragst.

Tipp für den Tag danach: Am Südpier steht ein unscheinbares Häuschen, das Tidal Observatory. Zwischen 1915 und 1921 wurde dort der mittlere Meeresspiegel gemessen, und seither rechnet jede Höhenangabe auf einer britischen Karte von diesem Punkt aus. Danach hinüber nach Penzance ins Penlee House: Es zeigt die Newlyn School, jene Maler, die ab 1880 des Lichts und der Fischer wegen hierherzogen. Wer früh aufsteht, steht um sechs am Fischmarkt, wenn der Nachtfang verkauft wird.

Preis

Pro PersonCHF 1'200.–
Nicht inbegriffen
  • An- und Rückreise
  • Transfer
  • Bordkasse, ca. 150–250 Fr. pro Woche
  • Persönliche Ausgaben
Hochseeskipper

Theo Müller

Theo Müller. Das Segeln ist seit vielen Jahren Theos Passion. Schon als Kind war er von Wind und Wasser fasziniert, beide Elemente spielen in seinem Leben seither eine grosse Rolle. Sein Revier als Hochseeskipper erstreckt sich heute vom Solent, wo Theo Starkwind segelt und Skipperkurse anbietet, über die Ostsee bis ins französische, kroatische und griechische Mittelmeer. Vor einiger Zeit hat sich Theo dann in die «SY Passage» verliebt und freut sich nun, als Jungrentner zu Till Linckes Ehren dieses einzigartige Schiff führen zu dürfen. Theo lebt mit seiner Frau in der Region Thunersee.

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