Galway – Qaqortoq
1300 Seemeilen über den Nordatlantik nach Südgrönland — drei Wochen Hochsee ohne Zwischenhafen. Ein Abenteuer für erfahrene Segler.
Die Königsetappe der Saison: von Irland quer über den Nordatlantik nach Südgrönland. Drei Wochen, 1300 Seemeilen, kein Hafen dazwischen. Das Wachsystem läuft rund um die Uhr, die Tage werden länger, die Temperatur sinkt stetig, und irgendwann steht das erste Eis am Horizont und bizarre Fata Morganas und Lichtspiegelungen der Arktis spielen mit unserer Wahrnehmung. Zuerst nur ein diffuses weisses Leuchten, das langsam Konturen gewinnt und zunehmend schärfer wird. Der erste Eisberg. Ein Moment, der bleibt.
Der anspruchsvolle Teil kommt zum Schluss. Kap Farvel, Grönlands Südspitze, liegt in der Quetschzone zwischen dem Hochdruckgebiet über dem Inlandeis und den Tiefs, die aus Kanada heranziehen — Fahrtberichte erzählen von sechs Stunden Sturm und fünfzehn Minuten später Flaute. Dazu schiebt der Ostgrönlandstrom Pack- und Gletschereis von der Ostküste um die Südspitze herum und die Westküste hinauf und in die Julianehåb-Bugt hinein. Die ersten Eisberge stehen rund sechzig Meilen vor der Küste.
Je nach der aktuellen Eissituation und verbleibender Zeit stehen uns drei Routen offen: Wir laufen weit südlich ab und runden das Kap mit Abstand; wir machen Landfall auf der Ostküste und queren durch den spektakulären Prins Christian Sund; oder wir müssen weit nach Norden bis Paamiut ausholen und im eisfreien sogenannten „Inner Lead“ zwischen Packeis und Land zurück in den Süden nach Qaqortoq. ;.
Nach der Überfahrt bleibt uns bis zu einer Woche, um die Kujalleq Region, in der unser Zielort Qaqortoq liegt, zu erkunden. Es ist ein eindrucksvolles und abwechslungsreiches Revier und es warten spannende Erlebnisse und Eindrücke. Heisse Quellen, freundliche Menschen, farbenfrohe Dörfer, der grönländische Nationalfeiertag am 21. Juni, abwechslungsreiche Landschaft: üppige Tundra, von runden Hügeln über Grimselpass-Atmosphäre bis hin zu spitzen Gipfeln wie in Patagonien, Gebirgsmassive, der Tasermiut-Fjord mit seinen Granit Wänden (ein Big-Wall Kletter-Mekka), Gletscher, Lagunen …
Atemberaubendes goldenes Abendlicht, das stundenlang anhält, wird uns in den Bann ziehen. Vielleicht können wir auch einen Umweg zur Eiskappe und zu Gletscherfronten, die ins Wasser kalben, machen. Wir werden Eis in allen Farben und Formen sehen, Packeis, Eisberge, Growlers und Slush. Das Meer ist bevölkert von Buckel- und Finnwalen, Seevögeln und Robben. Von Boot und Land aus haben wir die Chance, nistende Seeadler, für die Südgrönland bekannt ist, Rentiere, und mit etwas Glück auch Schneehühner und Polarfüchse zu sehen.
Wer Hochsee wirklich kennenlernen will, findet hier alles: Planung für lange Schläge, selbstständige Navigation, Wetterrouting, Lesen von Eiskarten, Navigation mittels Satellitenbildern in nicht-kartografierten Fjorden, eventuell Navigation mit dem Sextanten, und die Ruhe, die sich nach ein paar Tagen ohne Land einstellt, wenn alle ihren Rhythmus gefunden haben.
Diesen Törn für erfahrene Segler, die sich auf eine neue Herausforderung freuen — sprich vor der Buchung mit uns über deine Erfahrung.
Anreise
Galway liegt an der irischen Westküste und hat keinen eigenen Linienflughafen. Du fliegst nach Dublin und fährst weiter — mit dem Citylink-Bus oder der Bahn, beides rund zweieinhalb Stunden quer durchs Land. Für die Einreise genügt die Identitätskarte.
Tipp für den Tag davor: Von Rossaveel westlich der Stadt fährt die Fähre auf die Aran-Inseln — Inis Mór lässt sich in einem Tag mit dem Velo umrunden, mit der Festung Dún Aonghasa auf der achtzig Meter hohen Klippe als Ziel. Wer lieber am Festland bleibt, fährt zu den Cliffs of Moher. In der Stadt selbst sortiert das Galway City Museum die Geschichte des Hafens, gratis und in einer Stunde.
Rückreise
Qaqortoq ist die grösste Stadt Südgrönlands und hat seit April 2026 einen eigenen Flughafen — der frühere Umweg über Narsarsuaq mit anschliessender Bootsfahrt entfällt damit. Geflogen wird ab Kopenhagen über Nuuk mit Air Greenland, saisonal auch ab Reykjavík mit Icelandair. Der Flugplan für 2027 erscheint im Herbst 2026; buche erst, wenn er publiziert ist, und plane Wetterpuffer ein.
Grönland gehört weder zur EU noch zum Schengenraum. Du brauchst einen gültigen Pass; ein Schengen-Visum gilt hier nicht.
Tipp für den Tag danach: «Stone and Man» — 1993 haben Bildhauer über vierzig Reliefs direkt in die Felsen im Stadtgebiet geschlagen, Gesichter und Tiere, verteilt zwischen den Häusern. Der Rundgang dauert zwei Stunden und ist gratis. Per Boot erreichbar ist ausserdem die Kirchenruine von Hvalsey, wo 1408 die letzte überlieferte Handlung der Grönland-Wikinger stattfand: eine Hochzeit.
Preis
- An- und Rückreise
- Transfer
- Bordkasse, ca. 150–250 Fr. pro Woche
- Persönliche Ausgaben
Johan Oelen
Für Johan Oelen, einen Niederländer mit maritimen Wurzeln, war das Meer schon immer mehr als nur eine Kulisse – es war sein Lebensraum. Beide Seiten der Familie besassen eigene Frachtschiffe. So verbrachte Johan schon früh viel Zeit an Bord und am Steuer grosser Frachtschiffe. Mit 18 Jahren wagte er seinen ersten Hochseetörn: Gemeinsam mit einem Freund überquerte er bei schlechtem Wetter auf einer Etap 28 die Nordsee. Einige Jahre später entdeckte er seine Leidenschaft für das Hochseesegeln, als er eine Yacht von Norwegen nach Holland überführte. Als leidenschaftlicher Sportsegler verbindet Johan seine Erfahrungen aus der Frachtschifffahrt mit seiner Begeisterung für das Entdecken neuer Regionen. Seit mehr als 25 Jahren organisiert und begleitet er Segeltörns in den nördlichen Gewässern Europas. Mit der Passage hat er bereits den Norden Spitzbergens umrundet. Nun möchte er gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern von mareincognita in den kommenden Jahren weitere faszinierende arktische Regionen erkunden.
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