Kinsale – Galway
Am Fastnet Rock vorbei die irische Westküste hinauf nach Galway — eine Woche, 230 Seemeilen.
Die kürzeste Etappe der Saison, aber nicht die einfachste. Sie beginnt am Fastnet Rock, dreizehn Kilometer vor der Küste von Cork und der südlichste Punkt Irlands. Auswanderer nannten ihn Ireland’s Teardrop, weil er das Letzte war, was sie von zu Hause sahen. Der Turm von 1904 besteht aus 2047 ineinander verzahnten Granitblöcken — er hält nicht durch Mörtel, sondern durch Geometrie. 1979 wurde sein Name zum Namen einer Katastrophe: Von 303 gestarteten Yachten der Fastnet-Regatta erreichten 86 das Ziel, fünfzehn Segler kamen um.
Danach die Westküste hinauf. Sie liegt offen gegen den Atlantik, und zwischen der Shannon-Mündung und der Galway Bay gibt es keinen einzigen wettersicheren Hafen — die meisten Yachten segeln von den Blasket Islands in einem Schlag zu den Aran Islands. Die Blaskets sind seit 1953 unbewohnt: Die letzten 22 Bewohner wurden aufs Festland gebracht, weil die Winterstürme sie regelmässig von jeder Hilfe abschnitten. Unterwegs stehen die Cliffs of Moher, 214 Meter hoch auf vierzehn Kilometer Länge.
Die Aran Islands nehmen der Galway Bay die Dünung. Galway selbst ist ein Schleusenhafen: rein und raus geht es nur in den zwei Stunden vor Hochwasser. Dafür liegt man mitten in der Stadt, ein paar Schritte vom Claddagh, wo bis ins 19. Jahrhundert die schwarz gepichten Galway Hookers mit ihren rotbraunen Segeln gebaut wurden.
Anreise
Kinsale liegt an der irischen Südküste, eine gute halbe Stunde südlich von Cork. Nach Cork fliegst du über London, Amsterdam oder Dublin; vom Flughafen fährt der Bus der Linie 226 weiter nach Kinsale. Wer über Dublin kommt, kann auch den Zug nach Cork nehmen und dort umsteigen. Irland gehört nicht zum Schengenraum, aber Schweizerinnen und Schweizer reisen mit Identitätskarte oder Pass ohne Visum ein.
Tipp für den Tag davor: Charles Fort bewacht seit dem 17. Jahrhundert die Hafeneinfahrt, sternförmig und begehbar; der Weg dorthin führt am Wasser entlang. Danach hinaus zum Old Head of Kinsale — vor dieser Landzunge wurde 1915 die «Lusitania» torpediert. Kinsale gilt ausserdem als Feinschmeckerhauptstadt Irlands; reservieren lohnt sich.
Rückreise
Galway liegt an der irischen Westküste und hat keinen eigenen Linienflughafen. Du fliegst nach Dublin und fährst weiter — mit dem Citylink-Bus oder der Bahn, beides rund zweieinhalb Stunden quer durchs Land. Für die Einreise genügt die Identitätskarte.
Tipp für den Tag danach: Von Rossaveel westlich der Stadt fährt die Fähre auf die Aran-Inseln — Inis Mór lässt sich in einem Tag mit dem Velo umrunden, mit der Festung Dún Aonghasa auf der achtzig Meter hohen Klippe als Ziel. Wer lieber am Festland bleibt, fährt zu den Cliffs of Moher. In der Stadt selbst sortiert das Galway City Museum die Geschichte des Hafens, gratis und in einer Stunde.
Preis
- An- und Rückreise
- Transfer
- Bordkasse, ca. 150–250 Fr. pro Woche
- Persönliche Ausgaben
Leonie Räber
Leonie Räber segelt seit Kindesalter. Erste Berührungen mit dem Segeln gab es auf dem Familiensegelboot, mit 10 Jahren nahm sie das Ruder auf einem Optimist selber in die Hand. Wie üblich folgte auf den Optimist der 420er. Nach ihrer Schulzeit werteten ihre Eltern das Familiensegelschiff in eine Hochseeyacht auf, mit welcher sie einige Wochen in den Gewässern Hollands herumsegelten. Gepackt vom Hochseefieber machte Leonie den Hochseeschein und sammelte Meilen unter anderem auf der SY Passage bei Till. So segelte sie 2018 zehn Wochen mit Till an Grönlands Westküste und 2019 nochmals sechs Wochen — davon zwei als Skipperin — an der Ostküste Grönlands. Till schenkte ihr grösstes Vertrauen und lobte sie in vollen Zügen. Ende 2019 waren sie und ihr Freund Jonas endgültig von allen Segelgöttern eingenommen und entschlossen sich, ihr eigenes Boot zu kaufen. Ähnlich der SY Passage kauften sie sich ein ehemaliges Regattaboot und bauten es selber in einen Langstreckensegler um. Daraus resultierte ein neuer Salon, eine neue Küche, ein neues Elektronikkonzept sowie der Einbau eines Wassermachers. Im Sommer 2020 starteten sie ihre Segelreise in Holland in die Karibik und an die Ostküste der USA. Unteranderem zwangen sie die Pandemie zu einer Pause der Reise. Aber anstatt auf dem Land zu Arbeiten hat sie die Passage 2022 mit vollem Elan eine Saison von Holland nach Grönland und zurück gesegelt. Den das Segeln im Norden ist schon immer ihr Traum gewesen. Und dann wars immernoch nicht genug. Den das Ziel ihrer Reise ist noch nicht Erreicht. So gings mit der Jollity durch Panamakanal auf nach Galapagos, Polynesien, Niue und Tonga. Nach 3 Jahren leben auf dem Segelboot erreichten sie ihr Ziel: Neuseeland. So schön das Land ist, haben sie die Nordinsel noch Umrundet. Aber Leonie hat nicht nur seglerisch viele tausend Seemeilen Erfahrung gesammelt, sondern ist durch ihr Studium in Materialkunde geschult und mechanisch begabt. Heute Lebt sie mit Jonas und Tian ihr junger Sohn am Bielersee den ohne Wasser und Segelschiff geht es doch nicht.
Zum Skipper-PortraitHast du Fragen?
Gerne geben wir dir hier Auskunft:
segeln@mareincognita.ch
044 586 65 65